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Für Ratsuchende

Beratung vor Samenspende, Eizellspende u.ä.

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Beratung

vor Samenspende, Eizellspende und ähnlichen Behandlung,

die eine weitere Person einbeziehen

Vor einer Behandlung mit Samenspende und ähnlichen Behandlungen, die eine dritte Person einbeziehen, ist eine psychosoziale Kinderwunschberatung empfehlenswert, um vor allem Themen wie den Umgang mit der unterschiedlichen Elternschaft (z.B. bei der Samenspende: biologische Mutter und sozialer Vater), die Aufklärung des Kindes und der Umgang mit dieser Behandlung im eigenen sozialen Umfeld zu reflektieren. Für mich als Fachkraft hat die Beratung vor allem zum Ziel, dass Sie gut informiert und mit möglichst viel Sicherheit in die medizinische Behandlung starten und Sie (als Paar) eine gemeinsame Haltung zur Frage „Wie offen gehen wir mit dieser Familienzusammensetzung um“ entwickeln können. Ich empfehle Ihnen hierzu ausdrücklich eine persönliche Beratung, da dieser Weg komplexe Fragestellungen mit sich bringt, und eine Telefon-oder Skypeberatung diesen Fragen nicht gerecht wird.

Brauche ich diese Beratung?

Es gibt in Deutschland keine Vorschrift, dass Sie sich vor Behandlungen wie Samenspende u.ä. einer Beratung unterziehen müssen. Dennoch gibt es mittlerweile viele Kinderwunschzentren, die ihren Patienten eine solche Beratung dringend ans Herz legen. Darüber hinaus empfiehlt die Bundesärztekammer in ihren Richtlinien zur künstlichen Befruchtung, dass Ärzte vor einer Samenspende eine Beratung empfehlen.

In der Beratung geht es nicht darum, Ihren Kinderwunsch zu hinterfragen. Die Beratung hat vor allem zum Ziel, dass Sie umfassend informiert die Behandlung starten. Dazu gehört, dass Sie die medizinischen Grundlagen und die juristischen Regelungen kennen und dass Sie (ggf. als Paar gemeinsam) nicht nur das über ob, wann und wie der Aufklärung des Kindes Bescheid wissen, sondern auch erfahren, wie sich Kinder im Laufe ihrer Entwicklung mit ihrer Zeugungsgeschichte auseinandersetzen – welche Fragestellungen also auf Sie als Eltern eines Kindes im Kindergartenalter, im Schulalter, in der Pubertät und darüber hinaus zukommt.

Ist Beratung hilfreich?

Ich weiss von vielen, dass sie zunächst recht skeptisch sind, ob ihnen diese Beratung tatsächlich weiterhilft. Nach Abschluss der Beratung höre ich jedoch von fast allen, dass sie froh waren, im Rahmen der Beratung so ausführlich informiert zu werden und die eine oder andere individuelle Situation klären zu können. Einige Ratsuchende sind danach sogar der Meinung, dass eine solche Beratung vielleicht doch verbindlich für alle sein sollte und fast alle empfinden sich als gut informiert und vorbereitet.

Beratung oder Seminar?

Häufig werde ich gefragt, was denn sinnvoller ist, eine Beratung oder ein Seminar. Im Rahmen einer Einzel- oder Paarberatung kann ich individuell auf Ihre Situation eingehen. Dies ist vor allem hilfreich, wenn Sie persönliche Situation besprechen möchten, z.B. wenn es weitere Kinder aus einer ersten Beziehung gibt und diese ebenfalls aufgeklärt werden sollen oder wenn Sie eine Samenspende mit einem Ihnen bekannten Spender überlegen.

Bei den Seminaren haben Sie die Möglichkeit, mit anderen in den Austausch zu gehen. Und viele bleiben auch danach in Kontakt, häufig per Email. Sie haben dann also eine kleine Gruppe, in der Sie sich z.B. während der medizinischen Behandlung unterstützen können.

Rückmeldungen von Teilnehmerinnen
und Teilnehmern

Danke!
Hallo Frau Thorn, ich wollte mich nur noch mal fix melden, um mich für das tolle Gespräch vom letzten Freitag zu bedanken! Sie haben meine Erwartungen um Lichtjahre übererfüllt und meine Frau und ich fühlen uns ideal vorbereitet auf die anstehenden Aufklärungsgespräche mit unseren Kindern! Viele Grüße H. U.
Innere Ruhe ...

Ich möchte mich auch nochmal für das Gespräch bedanken. Es hat mir viel innere Ruhe gegeben und ich habe jetzt für mich und meine Familie einen guten Weg gefunden. Wir haben uns an Ihren Rat gehalten und weihen sukzessive alle ein, die im Leben meiner Tochter wichtig sind. Dadurch dass Sophie immer größer wird und auch ein immer größeres soziales Umfeld hat, weitet sich der Personenkreis von selbst immer mehr. Die Reaktionen sind bei diesen Menschen durchweg positiv – aber alle warnen eindringlich davor es an die “große Glocke” zu hängen.

Wir haben zusammen beschlossen Sophie entspannt und offen aufzuklären – so, dass es für sie etwas ganz Normales ist – und dann wenn sie irgendwo, irgendwann etwas von sich aus erzählt, wo man nicht Bescheid weiß, zu diesem Zeitpunkt diese Familie mit einzuweihen. Ich hoffe das ist der richtige Weg! Überraschender Weise bin ich zusätzlich noch spontan schwanger geworden. Unsere Familie wird also größer und nochmal etwas bunter. Ich bin gespannt wie sich die Dinge bei uns weiterentwickeln, etwas Sorge bereitet mir die unterschiedliche “Herkunft” unserer Kinder und ich fürchte, dass es da noch Spannungen geben wird…

Viele Grüße N. P.

Angenehme Atmosphäre ...
 Liebe Frau Thorn,
ich möchte Ihnen noch einmal für die angenehme Atmosphäre auf dem Aufklärungsseminar danken. Es war toll, wie Sie uns – die wir alle so unterschiedliche Geschichten haben – zusammengeführt haben. einerlei, ob unsere Kinder durch eine Samenspende alleine oder als Paar oder einer Eizellspende gezeugt wurden, alles wurde passend angesprochen und wir haben uns auch untereinander sehr gut ausgetauscht. Im Dezember 2014, L. S.
Wir waren recht skeptisch ...
Sehr geehrte Frau Thorn,
wir waren vor dem Termin bei Ihnen recht skeptisch, ob wir tatsächlich eine Beratung brauchen. Wir haben allerdings viele Themen gesprochen, die mit der Samenspende einhergehen, auf die wir alleine gar nicht gekommen wären. Insofern hat sich die Beratung (und auch der Weg zu Ihnen) wirklich gelohnt. Wir würden es im Nachhinein immer wieder so machen! Wir gehen jetzt ein ganzes Stück sicherer mit der Behandlung um.
Herzliche Grüße aus der Schweiz, T. M.
Wir wollten mehr über den Spender erfahren ...

Entscheidung zur Spendersamenbehandlung

Mein Mann und ich haben im März 2010 bei Ihnen ein Seminar zur DI gemacht und wollten von der weiteren Entwicklung bei uns und von unseren guten Erfahrungen mit einer Samenbank berichten, die vielleicht auch für andere Teilnehmer Ihrer Seminare interessant sein könnte. Wir waren damals sehr unentschlossen ob wir die Behandlung beginnen sollten. Das Seminar bei Ihnen war für uns sehr wertvoll, insbesondere durch die Erfahrung, dass andere Paare sich genau dieselben existenziellen Fragen stellen, wie auch wir sie uns im Zusammenhang mit dieser Art von Behandlung gestellt haben.

Mein größtes Problem dabei betraf den Umstand, dass der Spender normalerweise anonym ist. Ich wusste nicht, wie ich mit dieser Unklarheit und Ungewissheit umgehen sollte, auch im Hinblick auf die Tatsache dass es uns sehr wichtig erschien, dass ein Kind später die Möglichkeit haben sollte, seinen biologischen Erzeuger kennenzulernen und wir uns deswegen einen verlässlichen und einen offenen Spender gewünscht haben. Wir haben uns gefragt, warum es eigentlich nicht möglich ist, dass man sich mit einem möglichen Spender im Vorfeld einmal trifft, (anonym, also ohne gegenseitige Kenntnis der Namen etc.), so wie das auch bei halbanonymen Adoptionen gemacht wird.

Wir haben also bei unserer Samenbank, bei der viele offene Spender registriert sind, nachgefragt, ob dies möglich wäre. Die Samenbank hat darauf sehr entgegenkommend reagiert und bei den drei Spendern die wir uns schon ausgesucht hatten, nachgefragt, ob diese zu einem Treffen bereit wären. Zwei der drei haben sich einverstanden erklärt (wir haben ihnen eine Aufwandsentschädigung geboten, die von der Höhe dem entsprach was sie auch für einen erfolgreichen “Besuch” in der Samenbank bekommen) und mit einem von ihnen haben wir uns dann tatsächlich getroffen, das andere Treffen ist dann letztlich aus organisatorischen Gründen nicht mehr zustande gekommen. Das Treffen war aus unserer Sicht sehr erfolgreich. Der Spender kam mit seiner Freundin zu dem Treffen und wir hatten zu viert ein sehr offenes Gespräch, bei dem uns die Motivationen des Spenders verständlich wurden. Da uns beide zudem sympathisch waren und verlässlich erschienen, hat das letztendlich den Ausschlag gegeben, die Behandlung zu beginnen. Wir fanden die Art und Weise, wie die Samenbank auf unsere Bedürfnisse eingegangen ist, grossartig und können sie daher nur wärmstens weiterempfehlen. Des Weiteren ist es vielleicht auch für andere Teilnehmer Ihrer Seminare interessant zu wissen, dass uns dieses Gespräch mit dem Spender sehr dabei geholfen hat, zu einer Entscheidung zu kommen (wobei wir natürlich nicht wissen ob dies nicht auch ein glücklicher Zufall war und anders hätte ausgehen können).

In jedem Fall erschien uns dieses Vorgehen als angemessener und würdevoller als ein komplett anonymes Vorgehen, da es die Tatsachen einer Fremdsamenbehandlung transparent und offen macht und damit auch würdigt, anstatt sie zu verstecken wie etwas dessen man sich schämen muss.

Wir haben mit unserer Familie gesprochen!

Mein Mann (geb.1981) und ich (geb.1979) haben im Oktober 2009 geheiratet, kurz zu vor hatte ich die Pille abgesetzt. Meine Zyklen verliefen sehr unregelmäßig (30-50 Tage). Meine Frauenärztin sagte immer, dass wir uns keine Sorgen machen brauchen. Erst nach 12 Monaten ohne Schwangerschaft sollten wir an weitere Untersuchungen denken. Ich habe mich oft offen mit vielen über den unerfüllten Kinderwunsch unterhalten, auch in einschlägigen Foren. Und mir wurde immer wieder gesagt, dass wir uns doch mal untersuchen lassen sollten. Im Dezember/Januar 2010 blieb meine Blutung aus, auch die meiner älteren Schwester. Wir beide hofften sehr auf eine gemeinsame Schwangerschaft. Ihr Traum wurde erfüllt (im1.Übungszyklus) meiner war nur eine Follikelzyste.

Nach 10 Monaten hatten wir unsere ersten Termine, mein Mann beim Urologen für ein Spermiogramm und parallel dazu die ersten Termine in der Kinderwunschpraxis. Beim Urologen wurde meinem Mann eine Azoospermie diagnostiziert, auch beim 2. Spermiogramm. Die Ärzte im Kinderwunschzentrum meinten nur, dass das bei niedergelassenen Urologen meist so ausfällt und dann im Speziallabor doch besser aussieht. Wir ließen uns beim Genetiker beraten, da es schon Auffälligkeiten in beiden Familien gab (Fehlgeburten, Behinderungen, Totgeburten). Auch diese Untersuchungen blieben ergebnislos. Beim Spermiogramm im Kinderwunschzentrum wurden dann auch Spermien gefunden.

Wir waren total erleichtert und so startete im Dezember 2010 die 1. Downregulierung. Ende Januar war dann die 1. ICSI, bzw. Punktion (3 Eizellen). Kurz zuvor war mein Schwiegervater plötzlich verstorben. Bei meinem Mann wurden keine brauchbaren Spermien gefunden, wir gingen davon aus, dass die starke psychische Belastung durch den Tod die Spermienproduktion beeinträchtigt hat. Somit kam es zu keiner Befruchtung und folglich auch zu keinem Transfer. Daraufhin wurde uns geraten, bei meinem Mann eine Hodenbiopsie durchzuführen. In 8 Proben wurde nur in einer etwas gefunden. Trotzdem hatten wir große Hoffnungen und wagten kurz darauf den nächsten ICSI Versuch. Die 2. ICSI wurde auch wieder abgebrochen (ich hatte nur 1 Eizelle). Die Probe von der Hodenbiopsie war leider nicht verwendbar, da die Spermien durch das Einfrieren gelitten hatten. Mein Mann musste dann doch noch in die Klinik kommen, um noch mal Ejakulat ab zugeben, eventuell hätte ja etwas auffindbar sein können. Auch das blieb erfolglos.

Daraufhin wurde uns gesagt, dass wir kein gemeinsames Kind zeugen können. Wir sollen uns überlegen, ob Spendersamen oder eine Adoption für uns in Frage kommt. Das war ein großer Schock. An diesem Tag mussten wir noch auf die Hochzeit meines Stiefbruders. Adoption hatten wir für uns gänzlich ausgeschlossen. Wir haben uns ausgiebig von dem Kinderwunschzentrum über Samenspende aufklären lassen, haben das Seminar von Frau Dr. Petra Thorn besucht und haben eine juristische Beratung durchgeführt.

Unsere Familie und der enge Freundeskreis wusste, dass wir in Behandlung sind. Nur die Diagnose Azoospermie hatten wir bisher verschwiegen. Nachdem wir uns für die Möglichkeit Spendersamen entschieden hatten, war es uns ein Bedürfnis, die Familie (meine Mutter und ihren Ehemann, meinen Vater und dessen Lebensgefährtin sowie meine Schwiegermutter) aufzuklären. Meine Schwester und ihr Ehemann wissen immer über alles Bescheid. Sie ist meine engste Vertraute, sie kennt jeden Behandlungsschritt und was uns gerade beschäftigt. Aber dann kam die Frage „Wie klären wir auf?“. Wir sind beide nicht die großen Redner, und über so ein schwieriges und nerven belastendes Thema zu sprechen ist nochmal schwieriger. Große Angst vor den Reaktionen hatten wir nicht, aber das „Wie“ war eine große Frage. Von Frau Dr. Thorn kam der Tipp, dass einige Paare das Aufklärungsbuch „Die Geschichte unserer Familie“ zur Hilfe nahmen. Diesen Gedanken hatten wir auch schon mal und dann auch aufgegriffen. Da aber noch kein Kind aus Samenspende entstanden ist und wir keine falschen Hoffnungen machen wollten, dass ich schwanger bin, mussten wir das Buch abändern. So beschlossen wir, dass wir meinem Vater und seiner Lebensgefährtin ein Video (sie wohnen weiter weg und wir sehen uns nicht so oft) und dem Rest der Familie ein kleines Büchlein machen. Ich scannte Teile des Buches ein, ergänzte es an manchen Stellen mit einem eigenen Text und machte daraus ein kleines Video bzw. Buch. Die Reaktionen waren durchweg positiv. Mein Vater und seine Lebensgefährtin waren ganz gerührt, dass wir so etwas mit ihnen teilen und sie möchten einfach nur, dass wir zwei als Familie glücklich sind. Meine Schwiegermutter, die selbst viel mitgemacht hat in Bezug auf Kinderwunsch (3 Frühgeburten, 2 davon verstorben) war einfach nur froh, dass es immer noch eine Chance auf ein Enkelkind gibt und dass wir noch nicht aufgegeben haben. Meine Mutter hat uns schon zu einem früheren Zeitpunkt mal gesagt, dass egal was kommt wir auf sie zählen können und sie immer hinter uns steht. Auch sie war überglücklich, dass wir uns für diesen We g entschieden haben und die Chance auf ihr zweites Enkelkind besteht.

Dann erfolgte schon der 1. Zyklus mit Clomifen für eine Insemination, aber leider musste das wieder abgebrochen werden, da sich keine Eizelle entwickelt hat. Nun warten wir auf den nächsten Zyklus, mit stärkerer Stimulation. Und hoffen auf ein baldiges POSITIVES Ergebnis. Wenn ich das alles so niederschreibe und lese, weiß ich gar nicht wie ich bzw. wir das alles dieses Jahr ausgehalten haben. Ich danke meiner Familie, dass sie immer für uns da sind, uns auffangen, wenn wir drohen zu fallen, uns Kraft geben und uns finanziell unterstützen.   Und wir sind fest davon überzeugt, die Familie kann einen nur unterstützen, wenn man offen und ehrlich darüber spricht und sie aufklärt.

Bücher zur
Aufklärung
finden Sie bei
FamART

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