Leopoldina: Fortpflanzungsmedizingesetz erforderlich

Am 18. Oktober 2017 ist von der Arbeitsgruppe „Eckpunkte für ein Fortpflanzungsmedizin“ der Leopoldina das folgende Diskussionspapier veröffentlich worden, an dem ich auch beteiligt war. Es gab bereits gestern zahlreiche Medienberichte dazu.

 

Expertengruppe der Leopoldina fordert ein Fortpflanzungsmedizingesetz für Deutschland

In Deutschland werden heutzutage über 80.000 künstliche Befruchtungen pro Jahr durchgeführt. Deutsche Paare reisen ins Ausland, um Verfahren wie die Eizellspende und die Leihmutterschaft in Anspruch zu nehmen, die hier zwar verboten sind, aber für die hier aufwachsenden Kinder dennoch ethische und rechtliche Fragen aufwerfen. Die Rechtslage der Fortpflanzungsmedizin ist in Deutschland vom Embryonenschutzgesetz von 1990 geprägt. Dies deckt die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich der Reproduktionsmedizin nicht mehr ab.

Eine interdisziplinär besetzte Expertengruppe der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina kritisiert diese unzureichende Rechtslage, die betroffene Frauen, Paare und Kinder unnötigen gesundheitlichen Risiken aussetzt sowie Gerechtigkeitsprobleme und Rechtsunsicherheit bei allen Betroffenen erzeugt. Die Expertinnen und Experten fordern deshalb eine umfassende Regelung dieser Fragen in einem neuen Gesetz und veröffentlichten dazu heute das Diskussionspapier „Ein Fortpflanzungsmedizingesetz für Deutschland“.

 

Mehr hier

Hier zum Diskussionspapier

Und hier einige Medienberichte:

DIE ZEIT, vom 19.10.2017, S. 42

https://www.welt.de/gesundheit/article169760282/Ein-Fortpflanzungsmedizin-Gesetz-ist-lange-ueberfaellig.html#Comments

http://www.deutschlandfunk.de/kinderwunsch-medizinethikerin-plaediert-fuer-freigabe-der.1939.de.html?drn:news_id=805105

https://idw-online.de/de/news?print=1&id=683006

https://www.freiepresse.de/WIRTSCHAFT/WIRTSCHAFT-UEBERREGIONAL/Wissenschaftler-fordern-Gesetz-fuer-die-Fortpflanzungsmedizin-artikel10030131.php

 

 

 

 

Aufklärungsbuch für Kinder nach Eizellspende

Aller Voraussicht nach wird das nächste Aufklärungsbuch im Winter 2017/2018 erscheinen. Es hilft Eltern, die mittels einer Eizellspende ein Kind bekommen haben, bei der Aufklärung ihres Kindes.

Zurzeit zeichnet Tiziana Rinaldi, die Künstlerin, die Illustrationen. Das Cover ist bereits fertig!

Hier kommen Sie zum Verlag.

 

 

 

 

Tagung in Göttingen: Familienbildung mit Hilfe von Samenspende, Eizellspende, Embryonenspende und Leihmutterschaft

Familienbildung mit Samenspende, Eizellspende, Embryonenspende und Leihmutterschaft

Gemeinsam mit dem DI-Netz und der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung führt die Universität Göttingen, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, die o.a. Tagung am 3. und 4. November 2017 durch. Die Vorträge sind zum Teil auf englisch.

Hier können Sie das Programm einsehen und sich anmelden. Den Flyer können Sie hier herunterladen

Aus dem Programm:

Im Zentrum dieser internationalen Tagung stehen Verfahren der assistierten Reproduktion, die eine Familienbildung mit Hilfe Dritter ermöglichen. Während die Praxis der Samenspende in Deutschland etabliert ist und auch die Embryonenspende praktiziert wird, sind Eizellspende sowie Leihmutterschaft verboten. Im Ausland werden diese Verfahren gleichwohl auch von Deutschen in Anspruch genommen und werfen hierzulande Folgefragen auf. Insofern selbst etablierte Verfahren wie z.B. die Samenspende nach wie vor umstritten sind – etwa, wenn sie von alleinstehenden Frauen genutzt werden –, ist es das Ziel der Tagung, die spezifischen Herausforderungen einer durch Gametenspende oder Leihmutterschaft ermöglichten Familienbildung herauszuarbeiten. Unter Einbeziehung der Perspektiven von Medizin, Ethik, Recht, psychosozialer Beratung sowie der lebensweltlichen Sicht von Personen, die eigene Erfahrungen mit einer Familienbildung durch Dritte haben, sollen im Rahmen eines international vergleichenden Ansatzes auch entsprechende Lösungen, sowohl aus deutscher als auch europäischer Perspektive, diskutiert werden.

Friday, November 3, 2017

9:00 – 9:15:                          Begrüßung & Einführung/Welcome & Introduction

INTERDISCIPLINARY APPROACHES/INTERDISZIPLINÄRE ZUGÄNGE

MEDICAL PERSPECTIVE/MEDIZINISCHE PERSPEKTIVE

9:15 – 9:55:                          Dr. Andreas Hammel (Erlangen)
Methoden und Herausforderungen der assistierten Reproduktion

ETHICAL PERSPECTIVE/ETHISCHE PERSPEKTIVE

9:55 – 10:35:                       Prof. Dr. Claudia Wiesemann (Göttingen)
Konzepte von Elternschaft im Zeitalter assistierter Reproduktionstechniken/ Concepts of parenthood in the age of assisted reproduction

LEGAL PERSPECTIVE/RECHTLICHE PERSPEKTIVE

11:00 – 11:40:                    Prof. Dr. Eva Schumann (Göttingen)
Rechtliche Herausforderungen bei Familienbildung mit Hilfe Dritter

PERSPECTIVE OF PSYCHO‐SOCIAL COUNSELLING/PERSPEKTIVE DER PSYCHOSOZIALEN BERATUNG

11:40 – 12:20:                    Prof. Dr. Ruth Großmaß (Bielefeld)
Funktionen, Aufgaben und Grenzen psychosozialer Beratung

RECENT ETHICAL CONTROVERSIES/AKTUELLE ETHISCHE KONTROVERSEN

EMBRYO AND OOCYTE DONATION/EMBRYONEN‐ UND EIZELLSPENDE

13:20 – 14:00:                    Prof. Dr. Felicitas Krämer (Potsdam)
Ethische Implikationen der Embryonenspende

14:00 – 14:40:                    Dr. Astrid Indekeu (Huddinge, Sweden)
Women’s experiences of pregnancy and birth after oocyte donation

SOLO‐MOTHERHOOD/SOLO‐MÜTTER

15:00 – 15:40:                    Dr. Sophie Zadeh (Cambridge, GB)
Solo‐motherhood via sperm donation – an empirical perspective from the UK

15:40 – 16:20:                    Dr. Daniela Cutas (Gothenburg, Sweden)/ Dr. Anna Smajdor (Oslo, Norway)
The ethics of solo reproduction

SURROGACY/LEIHMUTTERSCHAFT

16:40 – 17:20:                    Dr. Katharina Beier (Göttingen)
Surrogate motherhood as collective reproduction: ethical challenges and practical implications

17:20 – 18:00:                    Sayani Mitra (Göttingen)
Failed surrogate conceptions: social and ethical aspects of pre‐conception disruptions during surrogacy in India

 

Saturday, November 4, 2017

Familienbildung durch Samenspende: Zwischen Normalität und Besonderheit/ Family Building through Donor Insemination: between Normality and Particularity

9:00 – 9:40:                          Claudia Brügge (Bielefeld)
Familien nach Samenspende: In der Normalität angekommen?

9:40 – 10:20:                       Dr. Tobias Fischer (Greifswald)
Aktuelle ethische Kontroversen zur Samenspende

10:50 – 11:50:                    Olivia Montuschi & Walter Merricks (London, GB)
Donor conception: family and network perspectives

11:50 – 12:30:                     Sven R. (Dresden) (moderiert als Live‐Interview: Dr. Petra Thorn)
Samenspende: Perspektiven und Erfahrungen von Kindern

13:30 – 14:10:                    Dr. Helga Müller (Frankfurt)
Bis vor Gericht: Auskunftsrechte zur Identität des Spenders

14:10 – 14:45:                    Dr. Petra Thorn (Mörfelden)
Third‐party assisted reproduction in Germany – what will the future hold?

 

 

Bundestagswahl: Parteien äußern sich zur Reproduktionsmedizin

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis donogene Insemination, Wunschkind und dem DI-Netz hat die Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung Wahlprüfsteine an die Bundesparteien geschickt. Wir wollten wissen, welche Positionen sie zu anstehenden Fragen der Reproduktionsmedizin vertreten.

Zunächst erkundigten wir uns, ob Nachbesserungsbedarf beim gerade verabschiedeteten Samenspenderregistergesetz gesehen wird und wir fragten noch nach weiteren offenen  Regelungslücken im Bereich Samenspende allgemein. Darüber hinaus wurden die Parteien gefragt, inwiefern sie die Einführung eines Fortpflanzungsmedizingesetzes, eine Aktualisierung des Embryonenschutzgesetzes sowie des Familienrechts in Deutschland für sinnvoll halten. Eine der Fragen war, wie sie zur Legalisierung der Eizellspende stehen.

Hier nun die Antworten der Parteien CDU/CSU und SPD, der Grünen, der Linken und der FDP (die AFD beantwortete unsere Fragen nicht).

 

 

Conference on ART and Infertility in Tehran / Iran

At the end of August I had the opportunity to carry out a workshop on infertility counselling and present two papers at the Royan Conference on ART and Stem Cell Research in Tehran/Iran.

I had the honour to be the first presenter of the Conference with a presentation on psychosocial support for couples experiencing infertility. My second presentation focussed on the psychosocial aspects of recurring loss during ART.

In my 6-hour workshop I introduced psychologists, social worker and other professionals to infertility counselling. There was a lot of interest in counselling and we had lively discussions.

Here some photos and impressions.

  

 

 

Crispr Cas9 – zum „genmanipuliertem Baby“

Gestern und heute ist in vielen Zeitschriften ausführlich über die Methode des Crispr/Cas9, der sog. Genschere, berichtet worden. Mit dieser „Schere“ sollen angeblich das Erbgut so „zurecht geschnitten“ werden, dass bestimmte genetische Leiden nicht auf ein Kind übertragen werden. In Portland, USA haben Forscher einen Gendefekt korrigiert, die Embryonen jedoch im Blastzozystenstadium zerstört. Die Resonanz darauf war auch in Deutschland sehr unterschiedlich: von Ablehnung bis dazu, dass diese Technik möglicherweise praktikabel sein kann.

Sicherlich ist die Möglichkeit zurzeit am Horizont, ob sie tatsächlich in der Zukunft so gezielt eingesetzt werden kann, wie dies von manchen erhofft wird, bleibt abzuwarten.

 

Hier ein paar Artikel dazu:

Bericht im Spiegel online

Bericht im Ärzteblatt

Bericht in der Zeit 

 

 

Archiv von „Aktuelles“ / Archive of „News“

Hier werden die letzten 25 Beiträge angezeigt. Weiter unten ist ein Link zu den vorherigen 25 Beiträgen.

You can see the last 25 „news“, for older ones click on the link on the bottom.

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Do you know of interesting articles etc. that I can report here?

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