Pressemitteilung zum geplanten Samenspenderregistergesetz

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung – BKiD und das DI-Netz haben eine gemeinsame Stellungnahme zum geplanten Samenspenderregistergesetz veröffentlicht. Sie kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden.

 

Neues Spenderregister – ohne Lösung für Altfälle und ohne Mediationsangebot?

Pressemitteilung
zum geplanten Samenspenderregistergesetz (SaRegG)
(siehe: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/112/1811291.pdf )

Der Gesetzgeber wird in Kürze ein neues Samenspenderregister einführen, bei dem Kinder, die mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wurden, auf Wunsch die Identität des Samenspenders erfahren können.

Die Deutsche Vereinigung von Familien nach Samenspende DI-Netz und die Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung BKiD begrüßen ausdrücklich, dass das Recht auf Kenntnis der Abstammung endlich auch für diese Gruppe von Menschen abgesichert wird. Dies ist nach über 40 Jahren Praxis der Samenspende mehr als überfällig.

Als Zusammenschluss von Familien nach Samenspende und als Fachorganisation für die psychosoziale Kinderwunschberatung haben wir, basierend auf unseren langjährigen Erfahrungen, wiederholt auf verschiedene Aspekte hingewiesen, die im Rahmen dieser Gesetzeseinführung berücksichtigt werden müssen, damit die Bedürfnisse aller Beteiligten bestmöglich berücksichtigt werden.

Zwei wesentliche Punkte sind beim jetzigen Stand des Gesetzesentwurfes noch absolut unzureichend gelöst und bedürfen aus unserer Sicht einer dringenden Korrektur:

1. Kenntnisrecht für alle so gezeugten Kinder!

Die zentrale Dokumentation im Samenspenderregister soll nach dem jetzigen Gesetzesentwurf nur für diejenigen Kinder gelten, die ab Inkrafttreten des Gesetzes – Ende 2018 – gezeugt werden.

Daten aus der Zeit zwischen den Jahren 2007 und 2018 werden bereits durch das Transplantationsgesetz erfasst, und sie sind wenigstens in den Samenbanken mehrere Jahrzehnte aufzubewahren. Die Dokumentationspflicht der Samenbanken wird durch das neue Gesetz sogar noch verlängert. Doch den Kindern, die vor dem 1.8.2007 gezeugt wurden, hilft das überhaupt nicht. Denn auf sie trifft weder das Transplantationsgesetz noch die vorgesehene Übergangsregelung des neuen Gesetzes zu. Sie sind allerdings der Großteil der Menschen, die bisher auf diesem Wege in Deutschland gezeugt wurden. Geschätzt sind dies etwa 100.000 Personen.

Den Samenbanken liegen aber durchaus noch Dokumente von älteren Behandlungen vor und der Gesetzgeber müsste nun dringend etwas für den Datenerhalt tun, um eine unwiederbringliche Datenvernichtung zu stoppen!

Die Überführung aller vorhandenen Altdaten in das zentrale Register wäre ganz im Sinne aller Beteiligten! Ein Kompromiss könnte sein, wenn Samenbanken explizit verpflichtet würden, die noch vorhandenen Altdaten aus der Zeit vor 2007 in ihren eigenen Einrichtungen ebenfalls dauerhaft aufzubewahren.

2. Beratung und Mediation nötig!

Die zentrale Datenregistrierung muss ergänzt werden durch das Angebot einer psychosozialen Vor- und Nachbereitung.

Vor allem braucht es eine Mediation bei der Kontaktaufnahme von den Personen, die mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wurden, und den Samenspendern, die die Anfrage möglicherweise Jahrzehnte nach ihrer Spende unvermittelt erreicht. Eine reine Datenverwaltung bei der Behörde des DIMDI und die bloße Aushändigung von Namen und Adressen werden einer potenziell emotionsgeladenen zwischenmenschlichen Dynamik nicht gerecht.

Es ist sinnvoll, solche Kontakte sowohl mit den so gezeugten Menschen und ihrer Familie als auch den ehemaligen Spendern und deren Familie vorzubereiten und zu begleiten. Hierfür bedarf es einer psychosozialen Versorgungsstruktur, die eng mit der zentralen Dokumentationsstelle des DIMDI kooperiert.

Darüber hinaus muss Vorsorge getroffen werden, dass Kinder die Möglichkeit haben, ihre genetischen Halbgeschwister kennenzulernen.

Dr. Petra Thorn
1. Vorsitzende BKiD, Langener Str. 37,  64546 Mörfelden,  06105 22629,  info@bkid.de

Dipl.-Psych. Claudia Brügge, 1. Vorsitzende DI-Netz,  Turner Str. 49,  33602 Bielefeld, 0521 9679103,   info@di-netz.de

Kinderwunsch? Beratung! – Einladung zur öffentlichen Fachtagung am 12. und 13. Mai 2017 in Hamburg

Ungewollte Kinderlosigkeit betrifft zahlreiche Menschen in Deutschland. Trotz vieler Fortschritte kann die moderne Reproduktionsmedizin keine Garantie auf die Erfüllung des Kinderwunsches geben. Die psychosoziale Kinderwunschberatung begleitet Menschen auf dem Weg durch die Kinderwunschzeit, gibt fachkundige Informationen, hilft bei Entscheidungsfindungen, und begleitet gegebenenfalls den Weg des Abschieds vom Traum des eigenen Kindes.

Auf dieser öffentlichen Fachtagung werden – unterstützt durch das Bundesfamilienministerium – erstmals in Deutschland namhafte Fachvertreter und die interessierte Öffentlichkeit Ziele und Strategien zur Implementierung und Qualitätssicherung der psychosozialen Kinderwunschberatung (incl. Präimplantationsdiagnostik und Fertilitätsprotektion) miteinander diskutieren.

Im Anhang finden Sie das vollständige Programm (Stand: 05.04.2017). Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie auch unter www.kinderwunschtagung.de. Selbstverständlich sind Sie zur (kostenfreien) Teilnahme an dieser Tagung herzlich eingeladen, melden Sie sich dazu bitte verbindlich unter www.kinderwunschtagung.de an. Dort können Sie gerne auch Ihre Wünsche für die psychosoziale Kinderwunschberatung in den nächsten Jahren in ein Formularfeld eintragen.

Inhalte und Ergebnisse der Tagung werden in einem Tagungsband dokumentiert werden. Alle angemeldeten Teilnehmer/innen können diese Publikation vor dem Druck bei Bedarf noch kommentieren und ergänzen. Ihre Kommentare und Ergänzungen werden dann im gedruckten Tagungsband (auf Wunsch anonymisiert) mit aufgenommen. Wir freuen uns auf Sie!

Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung – BKiD e.V.

wissenschaftliche Leitung: Dr. Tewes Wischmann und Dr. Petra Thorn

Kontakt: info@kinderwunschtagung.de

 

Zum Programm 

(Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Bergheimer Straße 20, 69115 Heidelberg, Tel.: 06221-568137;
Praxis für Paar- und Familientherapie, Kinderwunschberatung, Langener Str. 37, 64546 Mörfelden, Tel. + Fax: 06105-22629)

unterstützt durch das Familienministerium

 

Eizellspende

Angeblich reisen immer mehr Paare wegen einer Eizellspende nach Tschechien. Dort sind allerdings die Spenderinnen anonym und die so gezeugten Kinder können ihre genetische Herkunft nicht erfahren.

Hier zum Artikel

 

 

Neue Studie „Bedarfe von Familien nach Familiengründung mit reproduktionsmedizinischer Assistenz

Neue Studie „Bedarfe von Familien nach Familiengründung mit reproduktionsmedizinischer Assistenz

Das Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg führt die o.a. Studie durch und sucht nach Paaren, die mit Hilfe reproduktionsmedizinischer Behandlung Eltern geworden sind.

 

Hier können Sie Informationen zur Studie herunterladen und Kontakt aufnehmen, wenn Sie sich beteiligen möchten.

 

 

 

 

Dossier: Adoption in Deutschland

Vom Deutschen Jugendinstitut ist vor kurzem dieses Dossier zu „Adoption“ erschienen – es kann als PDF heruntergeladen werden.

 

Wer sich für eine Auslandsadoption interessiert: Das Buch von Charlotte Weiss „Anders Mutter werden“  schildert einen persönlichen Erfahrungsbericht.

Veranstaltung des Deutschen Ethikrats: Eizellspende im Ausland – Konsequenzen im Inland

Eizellspende im Ausland – Konsequenzen im Inland

 

Am 22. März 2017 hat im Rahmen des Forums Bioethik die o.a. Veranstaltung stattgefunden. Hier können Sie nachlesen und alle Vorträge und Diskussionen per Audiostream hören: http://www.ethikrat.org/veranstaltungen/forum-bioethik/eizellspende-im-ausland

 

Das Thema hat zu vielen Presseberichten geführt, hier einige links:

SWR Radio: http://swrmediathek.de/player.htm?show=f5026970-0ecd-11e7-9102-005056a12b4c

https://voicerepublic.com/series/eizellspende-im-ausland-konsequenzen-im-inland#

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2017-03/40261716-ethikrat-diskutierte-ueber-folgen-der-eizellspende-007.htm

 

Symposium „Leihmutterschaft“ an der Universität Heidelberg am 7.4.17

Leihmutterschaft – Aktuelle Entwicklungen und interdisziplinäre Herausforderungen

Freitag, 07. April 2017, 9-17 Uhr

Leihmutterschaft ist in den meisten europäischen Ländern, so auch in Deutschland, verboten und wird als reproduktionsmedizinisches Verfahren kontrovers diskutiert. Einen zentralen Kritikpunkt stellt die Ausbeutung der Leihmütter dar und Leihmutterschaft wird, so auch im deutschen Embryonenschutzgesetz, unter Strafe gestellt. Das Verbot der Leihmutterschaft wird jedoch durch die moderne Medizin und zunehmenden „Fortpflanzungstourismus“, auch von deutschen Paaren, herausgefordert. Mittels In-Vitro-Fertilisation kann auf das Genmaterial der Wunscheltern zurückgegriffen werden. Häufig werden jedoch auch Eizellen und Sperma von anonymen Spendern verwendet. Im Extremfall kommt ein Kind so zu fünf Eltern qua Geburt: die austragende Leihmutter, die Eizellspenderin, der Samenspender und die beiden Wunscheltern. Die Auswirkungen für alle Beteiligten sind vielfältig und zeigen sich auf den unterschiedlichsten Ebenen.

Über die Folgen für Wunscheltern, Leihmütter, Kinder und unsere Gesellschaft werden international anerkannte Experten der unterschiedlichsten Disziplinen (Psychologie, Recht, Medizin, Ethik und Geschichte) in den Marsilius-Arkaden diskutieren.

Auf diesem Symposium wird auch Dr. Regine Meyer-Spendler einen Vortrag halten. Sie ist Autorin des Buches „Ein schmaler Grat. Erfahrungen zur Leihmutterschaft in den USA“. Hier Näheres zu ihrem Buch.

Hier zu weiterer Information und zur Anmeldung zum Symposium.

 

Samenspenderregistergesetz

Am Mittwoch fand die Anhörung zum o.a. geplanten Gesetz statt. Hierzu hatten viele Organisationen im Vorfeld Stellung genommen, auch die Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung (siehe u.a. hier).

Die wichtigsten Punkten hatten wir im Vorfeld nochmals knapp zusammengefasst:

Es ist unabdingbar,

  1. dass der Samenspender, so wie in § 4 Abs. 6 von der juristischen Vaterschaft freigestellt Die sollte sich jedoch explizit auch auf Behandlungen lesbischer und alleinstehender Frauen beziehen;
  2. dass auf Basis einer eindeutigen Regelung (z.B. nachträgliche Zustimmung des Spenders) alle Altdaten in das Register überführt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Samenbanken – wie zurzeit – die Dokumentation und das Auskunftsverfahren unterschiedlich handhaben. Da Samenspender nach Gesetzeseinführung auf jeden Fall über die längere Dokumentation informiert werden und dieser zustimmen müssen, kann er auf diesem Weg auch darüber informiert werden, dass seine Daten dem DIMDI zugeführt werden und dort zentral verwaltet werden.
  3. dass die zentrale Datenregistrierung ergänzt wird durch die Angebote einer psychosozialen Beratung, Vor- und Nachbereitung sowie Mediation bei Kontakten zwischen Menschen, die mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wurden, und Samenspendern. Eine reine Datenverwaltung wird der Komplexität der zwischenmenschlichen Dynamik bei solchen Kontakten nicht gerecht. Auch ist fraglich, ob eine technik-basierte Beratung (online-Beratung) dieser Dynamik gerecht wird. Darüber hinaus muss Vorsorge getroffen werden, so dass Menschen die Möglichkeit haben, Halbgeschwister kennenzulernen. Zusätzlich sollte dieses Beratungsangebot niedrigschwellig (wohnortnah und kostenfrei) von Fachkräften, die hierfür geschult sind, zur Verfügung gestellt werden.

 

Hier ein kurzer Bericht des Deutschen Bundestages zu der Anhörung.

Artikel zum Kinderwunsch in der Süddeutschen Zeitung

In der Süddeutschen Zeitung sind mehrere Artikel zum Thema „Kinderwunsch“ erschienen, hier die links:

Über Louise Brown, das erste mit IVF gezeugte Kind: http://www.sueddeutsche.de/leben/kuenstliche-befruchtung-zu-besuch-beim-ersten-retortenbaby-der-welt-1.3441928

Wenn die Sehnsucht nach einem Kind krank macht: http://www.sueddeutsche.de/leben/unerfuellter-kinderwunsch-wenn-die-sehnsucht-nach-einem-kind-krank-macht-1.3431710?source=rss

Kinderwunsch: http://www.sueddeutsche.de/thema/Kinderwunsch

 

 

Neues Buch: Bye Bye, Baby!

Schon im Jahr 2015 ist ein Buch in der Schweiz erschienen, über das bei uns (meines Wissens nach) kaum berichtet wurde. Annette Wirthlin hat für ihr Buch „Bye bye, Baby? Frauen im Wettlauf gegen ihre biologische Uhr“  gut recherchiert, und sie hat ein spannendes Thema aufbereitet: Wie gehen Frauen mit ihrer biologisch begrenzten Fortpflanzungsfähigkeit um, wann nutzen sie medizinische Unterstützung und wie werten sie diese? Und: Was sagen Fachkräfte dazu?

Sie hat mehrere Frauen sowie Fachkräfte befragt. Im Buch kommen Soziologen, Demografen, eine Expertin für Online-Partnervermittlung, ein Paartherapeut, ein Mediziner, eine Ethikerin und eine Psychotherapeutin zu Wort. Allen ist gemein, dass sie sich den Interviews mit viel Empathie und Differenziertheit stellen. Diese Interviews wechseln sich ab mit acht Fallbeispielen von Frauen, deren Kinderwunsch spät, auf unterschiedliche Weisen oder gar nicht mehr in Erfüllung gegangen ist.

Ein lesenswertes Buch für alle, die sich selbst mit der Frage einer späten Elternschaft auseinandersetzen oder sich in die Thematik vertiefen möchten.

Hier kommen Sie zur Webseite der Autorin  – dort gibt es Leseproben, Infos zur Autorin, Presseberichte etc. : www.bye-bye-baby.com

 

Annette Wirthlin: Bye Bye, Baby? Frauen im Wettlauf gegen ihre biologische Uhr

Werdverlag, Thun/Schweiz 2015, € 25,00

Journalistenanfrage

Ich suche für einen Artikel zum Thema „Wie viel Verständnis dürfen Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch erwarten?“, der auf sueddeutsche.de veröffentlicht werden soll, betroffene Personen, die mir über ihre Erfahrungen berichten würden. Warum ist die Situation für sie so belastend? Wie sieht die Belastung aus? Wo bekommen sie Hilfe (Freunde, Familie, Selbsthilfegruppen, Internetforen, Beratung)? Die Interviewpartner können in dem Artikel auch anonymisiert werden. Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand den Mut fände, mit mir über dieses sehr emotionale Thema zu sprechen, um dem Artikel auch eine persönliche Note zu geben. Das würde vielleicht auch anderen Betroffenen in ähnlichen Situationen helfen. Sie erreichen mich am besten per E-Mail: kerstin.lottritz@sueddeutsche.de

 

Herzliche Grüße

Kerstin Lottritz

 

Kerstin Lottritz
Redakteurin Panorama

 

Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH
Hultschiner Straße 8
DE 81677 München

 

Tel.: +49 89 2183 -8495
E-Mail: kerstin.lottritz@sueddeutsche.de

Tagung: Kinderwunschbehandlung am 16. und 17.5.2017 in Hannover

Kinderwunschbehandlung

16.-17. Mai 2017

Tagung des Zentrums für Gesundheitsethik Hannover in Kooperation mit dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin Universitätsmedizin Mainz

Ort: Hans-Lilie-Haus, Hannover

Frauen und Männer mit unerfülltem Veranstalter Kinderwunsch bilden eine besondere Patientengruppe. Im Verlauf einer Kinderwunschbehandlung müssen zahlreiche schwierige Entscheidungen getroffen werden. Für die Betroffenen geht es dabei nicht nur um medizinische Sachverhalte, sondern um Fragen der Lebensgestaltung, die eng mit persönlichen Wertvorstellungen verbunden sind: Was bedeutet es für uns, ein Kind zu bekommen? Wieviel technische Unterstützung wollen wir für die Erfüllung unseres Kinderwunsches in Anspruch nehmen? Wie weit gehen wir bei der Behandlung, und wo sind Grenzen erreicht?

Mehr Informationen und Anmeldung hier

Hat Witwe Recht auf Fortpflanzung?

Zu dem Befruchtungsverbot nach dem Tod eines Ehemanns kann man durchaus geteilter Meinung sein. Sollte sich der Partner im Vorfeld eindeutig verhalten haben, indem z.B. Kinderwunschbehandlungen durchgeführt wurden und kryokonservierte, befruchtete Eizellen nach seinem Tod vorhanden sind, so könnte man das als Einverständnis des Mannes deuten, dass seine Partnerin diese verwenden kann. Ein solcher Fall gab es vor einigen Jahren, und der Frau wurde letztendlich das Recht zugesprochen, die befruchteten Eizellen zu verwenden.

In dem vorliegenden Fall gibt es keine befruchtete Eizellen, sondern (nur) kryokonservierter Samen. Die  Familienrechtlerin Dagmar Coester-Waltjen argumentiert in diesem Beitrag ähnlich wie im o.a. Fall: Ihrer Meinung nach sei ein solcher erheblicher Eingriff in das Recht auf Familie nicht gerechtfertigt.

Ich sehe dies in Fällen, in denen man die Einwilligung vermuten kann, ebenso. Als Familientherapeutin würde ich mich zusätzlich dafür aussprechen, vor der Behandlung mit den vorhandenen kryokonservierten befruchteten Eizellen oder dem kryokonservierten Samen eine Trauer- und Neuorientierungsphase von ca. 6 Monaten festzulegen. In einigen Fällen nehmen die verwitweten Partnerinnen nach einer solchen Trauerphase Abstand davon, die noch vorhandenen befruchteten Eizellen bzw. den Samen für ihren Kinderwunsch zu verwenden, da das Leben für sie weitergegangen ist und sie eine neue Orientierung haben. Es ist allemal besser, wenn die Frauen die Möglichkeiten haben, dies selbst zu entscheiden, als wenn sie nach juristischer Auseinandersetzung ein Verbot (oder auch eine Erlaubnis) erhalten.

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